322 526-5 (Köf II)
Status: in Hauptuntersuchung letzte Untersuchung:
Für den leichten Rangierdienst beschaffte die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft und später die Deutsche Bundesbahn verschiedene Baureihen kleiner Diesellokomotiven und bezeichnete sie als Kö bzw. Köf (Kleinlokomotive, ölgefeuert mit Flüssigkeitsgetriebe). Die Köf II ist eine Weiterentwicklung der Köf I, bei der Deutschen Bundesbahn kam später noch eine dritte Lestungsgruppe, die Köf III, hinzu.
Unterschiede gab es vor allem in der Ausführung. Offenes Führerhaus mit Gardinen, geschlossenen Führerhaus mit Standheizung, Rädergetriebe mechanisch, hydraulisches Getriebe, sowie verschiede Motoren und Leistungen. Die Maschinen wurden hauptsachlich für den Rangierdienst in Bahnhöfen oder Ausbesserungswerken konzipiert. Auch kleine Ubergabefahrten konnten auf Nebenbahnen durchgeführt werden. Auf Grund der geringen Geschwindigkeit von 45 km/h fanden Fahrten auf der Hauptbahn eher weniger statt.
Unsere Köf II wurde 1959 von Gmeinder Mosbach (Baden) für die Deutsche Bundesbahn gebaut. Sie wird von einem Deutz-Dieselmotor, Bauart A6M 617 mit 128 PS Leistung, angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt über ein hydraulisches Voith-Getriebe der Bauart L33 - Bauform: Wandler/Kupplung/Kupplung.
Ab 1959 fuhr diese Lok mit hauptsächlich im Werk München-Freimann. Sie versah dort den Rangierdienst. 1980 musterte man sie aus und sie gelang auf das Abstellgleis. Bereits 1981 wurde mit Staschel Tiefbau ein Käufer gefunden. Dort machte sie Karriere als Baustellen-Lok. Nach einigen Jahren Einsatz auf Baustellen, gab man die Lok 1991 an NEWAG Oberhausen weiter. Die Firma bot Lok-Vermietungen an, weshalb die Köf weit rum kam. So hatte sie in der Zeit von 1991 bis 2010 unter anderem Einsätze in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland auf diversen Gleisbaustellen und half dort aus. 2010 wechselte die Lok zur Firma RBS Kirchweyhe. In Kirchweyhe rangierte sie fortan als RBS Lok 1 Kesselwagen, die dort gereinigt und gestrahlt wurden. Im Jahr 2017 erlitt der Motor einen irreparablen Schaden, sodass dieser gegen einen baugleichen ausgetauscht wurde. Nach nur wenigen Monaten Einsatz, gelangte die Köf wieder aufs Abstellgleis, da sich die Firma auflöste.
Bis Dezember 2025 fiel die Lok in einen langen Dornröschenschlaf, bis sie von uns entdeckt und nach Lüneburg gebracht wurde.
Die Lok befindet sich im Privateigentum und wurde uns zur Verfügung gestellt.
Technische Details
Lokomotive (Rahmen und Aufbauten)
Hersteller: Gmeinder, Mosbach
Baujahr: 1959
Länge über Puffer: 6.450 mm
Gesamtachsstand: 2.500 mm
Treibraddruchmesser: 850 mm
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Achsfolge: B
Turbogetriebe: Voith L33
Leistungsübertragung: Rollenkette
Fabriknummer: 5109
Typ: Köf Leistungsgruppe II
Dienstgewicht: 17 t
Bremsgewicht: 17 t
Bremsbauart: Knorr einlösig
Feststellbremse: Fußbremse
Achsdruck: 8,5 t
Kraftstoffvorrat: 200 l
Nummer im nationalen Fahrzeugregister:
Motor
Hersteller: Deutz, Köln
Baujahr: 1965
Bauart: 6 Zylinder 4-Takt
Kolbenhub: 170 mm
Leerlaufdrehzahl: 600 U/min
Fabriknummer: 145391015
Typ: A6M 617
Leistung: 128 PS
Zündfolge: 1-4-5-6-3-2
Höchstdrehzahl: 1.300 U/min

